Architektonisches Konzept
Das Haus Winklmatten übersetzt die regionale Baukultur von Reit im Winkl in eine zeitgenössische Architektursprache. Die klare Gebäudestruktur, natürliche Materialien und eine ausgewogene Proportionierung schaffen eine selbstverständliche Verbindung zwischen Tradition und Gegenwart.
Das Haus fügt sich ruhig in sein Umfeld ein und entwickelt zugleich eine eigenständige architektonische Identität.
Materialität und Bauweise
Das Gebäude ist klar gegliedert: Ein massiver, verputzter Sockel im Erdgeschoss bildet das Fundament und nimmt Bezug auf die ortstypischen Putzbauten. Darüber liegt ein leichter, mit heimischem Nadelholz verschalter Baukörper, dessen horizontale Lattung die natürliche Alterung des Materials bewusst zulässt und damit den Bezug zur Umgebung über die Zeit stärkt.
Große, schützende Dachüberstände nehmen die traditionelle Dachform auf, während ihre präzise Ausbildung und die klare Linienführung die zeitgenössische Architektursprache des Hauses betonen.
Raumkonzept
Im Obergeschoss öffnet sich der Wohnbereich unter dem sichtbar belassenen Dachstuhl in drei Himmelsrichtungen. Küche, Ess- und Wohnraum fließen ineinander und werden durch einen freistehenden Holzkamin räumlich zoniert. Großzügige Verglasungen ermöglichen weite Ausblicke in die Landschaft und schaffen einen intensiven Bezug zur Natur.
Im Erdgeschoss liegen die Schlafräume und Bäder, im Untergeschoss ergänzen Sauna und Nebenräume das Angebot. Außenflächen wie Loggia, Terrasse und der südwestlich orientierte Garten erweitern den Wohnraum nach außen.
Lage und Kontext
Das Haus liegt ruhig und sonnig am Ende einer privaten Zufahrt in einer Sackgasse, umgeben von Wiesen und mit freiem Blick auf das Panorama des Zahmen Kaisers in Österreich und die Kirche von Reit im Winkl. Die besondere Topografie des Grundstücks mit einem geschosshohen Geländesprung zur nördlich anschließenden Wiesenlandschaft ermöglicht es, dass das Obergeschoss ebenerdig in die Landschaft übergeht. Vom Koch- und Essbereich aus öffnet sich der Raum direkt ins Freie – ein Übergang, der die Verbindung zwischen Innenraum und Umgebung zusätzlich stärkt.
Die Nähe zur Natur – mit Lofer, Loipe und Wanderwegen direkt am Grundstück – prägt das architektonische Konzept: Offenheit, Klarheit und der Dialog zwischen gebautem Raum und Landschaft.
Art: Neubau
Bauherr: Privat
Fertigstellung: 2023
Fotografien:
Marcel Laponder I Marcel Laponder Photography, Ruhpolding